Fit werden für die Zukunft

Covid hinterlässt seine Spuren auch bei den Unternehmen der Energiewirtschaft – und hat dort tatsächlich auch Positives bewirkt. In der Studie «Digital@EVU 2021», die der VSE jährlich gemeinsam mit internationalen Partnern durchführt, gaben 71 Prozent an, dass sie veraltete Verfahren durch neue Arbeitsmethoden ersetzt haben. Die Teams arbeiten nun flexibler zusammen. Mobiles Arbeiten und Homeoffice sind vielerorts Standard geworden.
02.11.2021

Fähigkeiten im Umgang mit elektronischen Arbeitsins­trumenten wurden in den letzten eineinhalb Jahren eindrücklich schnell aufgebaut und angewendet. Dennoch besteht noch Luft nach oben. Das finden auch 80 Prozent der Unternehmen: Diese sind nämlich noch nicht zufrieden mit den vorhandenen digitalisierungsrelevanten Kompetenzen in ihrem Betrieb. Das ist wenig erstaunlich, hat doch die Hälfte der Unternehmen keine klare Vorstellung davon, welche Fähigkeiten in Zukunft überhaupt erforderlich sein werden. Gemäss der Studie betreffen diese primär die Digitalisierung und Optimierung von Prozessen, Datenschutz und Datensicherheit sowie die digitale Interaktion mit Kunden.

Für die neuen Berufsrollen müssen nicht nur zusätzliche Fachleute gewonnen, sondern auch die bestehenden Mitarbeiter mit den erforderlichen digitalen Fähigkeiten ausgerüstet werden. Allerdings verfolgen nur 20 Prozent der Unternehmen einen entsprechenden Ausbildungsplan. Hier besteht also Handlungsbedarf, der durch den akuten Fachkräftemangel weiter verschärft wird. Unternehmen müssen das «digitale Upskilling» ihrer Mitarbeiter dringend auf ihre Agenda nehmen.

Übrigens scheinen grosse Unternehmen hier einen Vorsprung gegenüber den mittleren und kleinen zu haben. Der Anteil derer, die ihre Mitarbeiter digital unterstützen, ist bei den grossen fast doppelt so gross. Hierauf müssen auch die kleineren und mittleren Unternehmen verstärkt ihren Fokus legen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Allein die möglichen Kosten, welche ein Cyber-Vorfall verursachen kann, rechtfertigen nämlich die notwendigen Investitionen.

Michael Paulus

Michael Paulus ist Bereichsleiter Netze und Berufsbildung des VSE.