Michael Beer neu im VSE Vorstand

Die VSE Mitglieder haben Michael Beer im Rahmen einer ausserordentlichen Generalversammlung als neues Mitglied in den Vorstand gewählt. Er vertritt die Interessensgruppierung Regiogrid. Wir haben bei ihm nachgefragt, wie er dieses Engagement einschätzt.
01.11.2021

Michael Beer ist seit dem 1. Oktober 2021 Leiter Markets & Regulation bei BKW. Er ersetzt für die Interessensgruppierung Regiogrid Urs Meister, der den VSE Vorstand per Ende August 2021 verlassen hat und neu Geschäftsführer der Elcom wird. Um eine lange Vakanz zu vermeiden, hatte Regiogrid die Durchführung einer ausserordentlichen Generalversammlung beantragt. Im Rahmen dieser wurde Michael Beer für die Periode 2021-2024 in den VSE Vorstand gewählt.

Michael Beer, angesichts des herausfordernden politischen Umfelds, wo sehen Sie die Rolle und den Mehrwert des Branchendachverbands.

Der VSE spielt als Sprachrohr der Schweizer Strombranche eine wichtige Rolle im politischen Prozess. Sein Mehrwert liegt in der Bündelung und Vereinigung der Interessen seiner Mitglieder und Interessensgruppierungen. Je einheitlicher die Branche auftritt, umso eher kann sie ihre Forderungen durchsetzen. Ausserdem spielt der VSE eine wichtige Rolle als Bindeglied zum europäischen Dachverband Eurelectric. Gerade in Zeiten von politisch eher kühlen Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU ist die Vernetzung auf fachlicher Ebene von besonderem Wert.

Worin sehen Sie in dem Kontext Ihren persönlichen Beitrag? Was wollen Sie als VSE Vorstand bewegen?

Ich habe die Strombranche in den letzten zehn Jahren von mehreren Seiten kennengelernt und dabei in unterschiedlichen Rollen Erfahrungen in der Verbandsarbeit gesammelt. Ich kenne die wesentlichen Herausforderungen und Interessen diverser Branchenmitglieder und hoffe, dass ich dadurch im VSE Vorstand sowohl als Ideengeber als auch als Vermittler agieren kann. Jedenfalls freue ich mich sehr auf den Austausch innerhalb des Vorstands und mit der Geschäftsleitung.

Worin sehen Sie für die nächsten Jahre die grössten Herausforderungen für die Branche?

Der für die Dekarbonisierung unserer Energieversorgung notwendige Umbau des Stromsystems birgt zahlreiche technische Herausforderungen – sowohl für die Netze als auch für die Energie. Ich bin zuversichtlich, dass wir diese meistern können. Viel schwieriger scheint mir, die Politik und die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, welche politischen Massnahmen wann richtig und wichtig sind, damit dieser Umbau ohne Gefährdung der Versorgungssicherheit und mit möglichst tiefen volkswirtschaftlichen Kosten gelingen kann. Die Hauptverantwortung dafür liegt beim Parlament – die Branche muss aber überzeugend erklären können, weshalb sie welche Massnahmen als geeignet erachtet.

Michael Beer ist im Kanton Freiburg aufgewachsen. Nach dem Mathematikstudium und anschliessender Promotion an der Wirtschaftsfakultät der Universität Freiburg war er als Statistiker bei der UBS tätig. 2011 wechselte er zur BKW, wo er sich erst mit Energiehandels- und Finanzmarktregulierung und später breiter mit aktuellen Fragen der Energiepolitik beschäftigte. Nach einer Zwischenstation als Public Affairs Manager bei swisselectric übernahm er 2017 bei CKW die Verantwortung für das strategische und operative Regulierungsmanagement sowie die Public-Affairs-Arbeit auf Stufe Bund. Seit Anfang Oktober 2021 ist er Leiter Markets & Regulation bei BKW.